Egal wie wunderschön kirchliche Trauungen sind – manchmal kann man da als FotografIn einfach Pech haben. Dann ist von einer „Fotofließe“ die Rede, also eine Kachel am Fußboden von der sich der Fotograf nicht wegbewegen darf. Oder von Aufforderungen über das Mikrofon jetzt endlich das Fotografieren sein zu lassen. Oder, dass man einen Stuhl zugewiesen bekommt, von dem man nicht aufstehen darf… hinter einer Säule. Und ich selbst hatte es schon erlebt, dass ich einzig und allein auf der Empore verweilen durfte und nicht mal den Kircheninnenraum betreten durfte.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen… bei den meisten kirchlichen Trauungen kommen die Pfarrer ganz vergnügt auf mich zu und sagen ich kann alles tun und lassen was ich will und mich bewegen wo ich will – das ist natürlich mega!
Und: hier liegt es auch an uns als Fotografen sich an bestimmte Vorgaben und Etiquette zu halten. Denn umsonst gibt es oftmals die Einschränkungen nicht, sondern nur, weil schlechte Erfahrungen gemacht wurden.
Was kann man also bei Einschränkungen tun?
In meinem Hochzeitsguide, den ich an meine Brautpaare verschicke, habe ich extra eine Seite zum Thema kirchliche Trauungen aufgenommen, denn sie sind nun mal speziell!
Darin steht als erstes, dass mir in 99,9% der Fällen untersagt wird einen Blitz zu nutzen. Zumindest bei der Trauung. Das bedeutet die Paare müssen sich auf eher dunklere und verrauschte Bilder einstellen. Die meisten Kirchen gehen ja auch eher spärlich mit hellen Wänden oder Fenstern um – das muss einem dann einfach vorher bewusst sein.
Außerdem verweise ich auf das Hausrecht der Kirche und dass sich das (leider auch spontan) ändern kann. Egal was sie vorher 5x mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin abgesprochen haben. Wenn der- oder diejenige an dem Tag schlecht drauf ist oder genau davor eine schlechte Erfahrung gemacht hat, hat man Pech. Das bedeutet: im schlimmsten Fall gibt’s nur Bilder aus einer Perspektive.
Dann würde ich – wenn möglich – immer etwas früher an der Kirche aufschlagen und persönlich mit dem Pfarrer/der Pfarrerin sprechen und alles bereden. Oft merkt man da ja schon, mit was für einer Art von Mensch man es hier zu tun hat. Frag auch vorher nach, ob es bestimmte Stellen gibt, in denen absolut gar nicht fotografiert werden darf – das ist oft beim Segen der Fall.
Zu guter letzt gilt: Sei so unauffällig wie möglich! Zieh die leisesten Schuhe an, das Outfit, was nicht raschelt und mach alle Piep-Töne an der Kamera aus. Wenn du dich bewegen darfst, dann ruhig, aber auch gezielt. Verweile öfter mal in den Positionen und warte am besten Gesänge oder Orgeleinlagen ab, um dich zu bewegen.
Im Endeffekt legt jeder Fotograf/jede Fotografin mit seinem Verhalten fest, wie nachkommende Fotografen interagieren können. Das gilt auch irgendwie für alle Orte… ob nun Kirche, Standesamt oder Location.
Und: Je eher und besser du deine Paare darauf vorbereitest, desto entspannter sind sie am Hochzeitstag und fühlen sich einfach gut aufgehoben und von einem Profi begleitet!




