Als der Film damals in die Kinos kam, war ich voll hyped.
Bin ich absoluter Barbie Fan? Nein.
Hatte ich Barbies als Kind? Ja.
War es mein Lieblingsspielzeug? Nein. (Das war Lego)
Warum bin ich also so Hype auf einen Film, der wortwörtliche Barbie heißt?
Zauberwort: MARKETING
Seit langem mal wieder erlebe ich echtes Marketing für einen Film – denn die Produktionsfirma, vielleicht auch Mattel und auf jeden Fall die Regisseurin Greta Gerwig haben verstanden, dass es heutzutage nicht reicht einfach nur einen Film zu erstellen und in die Kinos zu bringen.
Wer soll so hinter dem Ofen hervorgelockt werden? Wenn man selbst schon keine Passion für den eigenen Film hat, wie will man Menschen dann dazu bringen tatsächlich auch ins Kino zu gehen?
Man spürt einfach die echte Begeisterung der Macherinnen & Macher hinter dem Film und entsprechend auch dem Marketing, dass man einfach mitgerissen wird – zumindest empfinde ich das so, wenn ich online unterwegs bin.
Schauen wir uns das mal genauer an
Angefangen hat alles mit einem Teaser Trailer. Ein Teaser, der absolut nichts verraten hat und man sich nur dachte: Was soll das denn?
Er hat Neugierde geweckt… man wollte wissen, worum es eigentlich geht. Was die Geschichte dahinter ist. Der Teaser war sogar ein bisschen gewagt… der Trailer konnte gar nicht früh genug kommen!
Der Trailer wurde veröffentlicht und immer noch kann man die Geschichte des eigentlichen Films nur erahnen, aber es sieht aus wie eine riesige Party in knalligen Farben – wer findet das nicht toll? Und dann die Frage: „Denkt ihr eigentlich auch manchmal über den Tod nach?“
Ich musste so lachen, denn was könnte Menschen Mitte 30 besser beschreiben als diese Frage?
Dann ging es Schlag auf Schlag
Ein Barbie Avatar Generator kam online und man konnte sich selbst mit lustigen Sprüchen online präsentieren. Eine Hommage an die Anfänge des Internets und die ganzen Bildgeneratoren, die es damals gab.

Architectural Digest brachte eine ganze YouTube Folge rundum das Barbie Dream House im Film online. Die Farbe Pink wurde in einem regelrechten Wirbelsturm wieder in.
Die Weltpremiere startet und es gibt zig Interviews mit den Hauptdarstellern. Die Outfits werden analysiert und nun fangen auch die Kinogänger an sich zu überlegen, welche Outfits sie selbst tragen, wenn sie den Film anschauen!
Sobald jemand ein Foto findet, wo etwas Pinkes drauf zu sehen ist: „Das Barbie Marketing Team ist wieder hart am arbeiten!“ – egal ob das Bild etwas mit Barbie zu tun hat oder nicht.
Die (online) Welt wird Barbiefied und es führt kein Weg dran vorbei.
Die ersten Rezensionen kommen online und jede einzelne, erhöht meine Vorfreude ins Unermessliche. Noch besser, wenn sich ein alter weißer Mann aus dem rechten Spektrum über den Film aufregt, sodass er schon Schaum vor dem Mund hat. Der Film wird dadurch gleich noch besser, noch bevor ich ihn selbst gesehen habe.
Sei wie Barbie
Was lernen wir also vom Barbie Marketing? Ganz einfach: Sei wie Barbie.
Wie hatte es ein Studienfreund gesagt: „Wenn ich in Berlin heiraten will, komme ich um dich nicht herum“ – ich weiß nicht, ob er es eigentlich anklagend meinte. Ich dachte mir nur: Geil, mein Plan ist voll aufgegangen!
Barbie ist seit Monaten unausweichlich. Und genauso musst du in deinem Marketing auch werden. Es darf kein Weg an dir vorbei führen.
„Wenn du mit deinem Marketing nervst, hast du alles richtig gemacht“ – ich weiß leider nicht mehr, von wem dieses Zitat stammt, aber es stimmt. Wir müssen einfach viel viel nerviger werden. Diejenigen, die es absolut nicht interessiert, können dich ja blocken.
Diejenigen, die es interessant finden, aber noch nicht den Kopf dafür frei haben, werden sich an dich erinnern, wenn es dann soweit ist.
Und alle anderen werden zu Fans, die nicht genug kriegen können.
Also: Trau dich und sei wie Barbie!
(Wenn sich das Barbie Marketing Team jetzt noch dem Klimawandel annehmen würde, wären wir alle gerettet.)




