Es gibt einen ganz wichtigen Fakt, den man als Fotografin NIE vergessen sollte:
Wenn sich Kunden ihre Bilder anschauen, erinnern sie sich eher an die Gefühle, die sie während des Shootings hatte. Daraufhin wird das Bild erst als gut oder schlecht bewertet.
Wenn du also willst, dass deine Kunden alle eine WOW Feeling bekommen, dann solltest du dir diese Tipps zu Herzen nehmen!
Positives Feedback
Alle Menschen vor deiner Kamera wünschen sich konstantes positives Feedback – und dir selber wird es nicht anders gehen. Sobald du als Fotografin still bist, denkt das Paar, es macht irgendwas falsch und alles fühlt sich komisch an. In den meisten Fällen fallen sie dann aus der Pose heraus. Du musst dir buchstäblich den Mund fusslig reden.
Vermeide Negatives
Auch wenn gerade nicht das umgesetzt wird, was du vielleicht wolltest – versuche niemals „Nein!“, „Äh so nicht“, „Nee, das find ich jetzt hässlich“ zu sagen. Mach lieber ein „Oh ja, cool!“ daraus, schieß ein Foto und gebe dann die Änderung rein, die du willst „Lasst uns das auch nochmal so probieren!“ Sobald nämlich ein NEIN kommt, ist es wie mit dem fehlenden positiven Feedback. Plötzlich wird man „self conscious“ wie es so schön heißt und denkt, dass man nichts richtig macht.
Bleib ruhig
Auch an Hochzeitstagen kann es manchmal hektisch werden – ich hatte an einer Hochzeit mal nur 7 Minuten Zeit für die Bilder, da ein Sturm heranrollte. Wirst du in dem Moment auch hektisch, merkt das Paar das natürlich ebenfalls und wird ihrerseits hektisch und nervös. Sie haben dann das Gefühl, als würdest du die Kontrolle über die Session verlieren und bekommen Angst, dass ihre Bilder nichts werden. Versuch so ruhig wie möglich zu bleiben und deine Must-Have-Shots zu bekommen.
Go with the flow
Gerade, wenn man an öffentlichen Plätzen, Parks etc. fotografiert und man nicht zufällig ein riesiges Absperrband dabei hat, muss man mit anderen Menschen leben, die im Hintergrund so rumwuseln. Man kann höflich fragen, wenn jemand wirklich arg im Weg steht, aber muss dabei wirklich so übertrieben freundlich sein, wie es nur geht. Am besten verweist man auch auf die Besonderheit („Ist ja eine Hochzeit, bitte bitte!“). Da das Paar ja der Grund dafür ist, dass sich jemand ggf. von seinem Platz wegbewegen muss, ist es wichtig, dass die beiden sich dadurch nicht unwohl fühlen – sie sind nämlich meist der Puffer dazwischen.
Wenn eine Idee so gar nicht hinhaut, muss man schnell umdenken und einfach was anderes machen – bspw. näher rangehen. Ich nutze auch gerne das sogenannte Body Blocking und verstecke Fußgänger hinter meinem Paar; auch wenn ich dafür mal andere Winkel einnehmen muss. Und in allergrößter Not sind die Reparatur- und Kopier-Werkzeuge in Lightroom mächtig genug!
Gib deinem Paar einen Ausweg
Anfangs spreche ich direkt mit meinen Paaren, dass es sich vor der Kamera zunächst merkwürdig anfühlt – so wird ihre eigene Erwartung bestätigt, was sich wiederum positiv auf den Rest auswirkt. Außerdem sage ich ganz klar „Wenn sich eine Anweisung blöd anfühlt, dann gebt mir Bescheid und wir machen etwas anderes!“ und ich achte darauf, immer wieder kleine Pausen einzulegen, sodass keiner verkrampft. Ein „Geht‘s euch gut? Braucht ihr was?“ zwischendrin wirkt Wunder! Als Fotografin brauchst du ein feines Gespür dafür, wie sich eine Posing Anweisung auch auswirkt; nicht jedes Paar ist offen für derbere Scherze und manche brauchen genau das, um sich wohl zu fühlen.
Kommunikation ist das A und O! Am besten ist es, wenn du auf dem Weg zur Location schon mit deinem Paar ganz locker redest und so auslotest, wie die beiden drauf sind – irgendwann wird dir das immer leichter fallen und wirklich jedes Paar wird mit dir die beste Zeit haben.




